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Spat

Die Spaterkrankung des Pferdes

Der Spat ist eine schon lange bekannte Erkrankung des Sprunggelenkes, an der Pferde jeden Alters leiden können. Er zählt zu den häufigsten Lahmheitsursachen des Pferdes. Man versteht darunter eine an der Innenseite des Sprunggelenkes auftretende lokale chronische Gelenkentzündung bzw. degenerative Gelenkerkrankung.

Symptome
Bei Pferden mit einer Spaterkrankung hat sich meist über einen längeren Zeitraum eine Lahmheit entwickelt. Werden diese Tiere über einige Tage hart gearbeitet, verstärkt sie sich meist, im Anschluß an eine Ruhepause tritt häufig Besserung ein. Wendungen zur erkrankten Seite hin führen die Pferde nur widerwillig aus, außerdem führt der Beugeschmerz im Sprunggelenk dazu, daß die Vorführphase der Gliedmaßen verkürzt wird und manche Pferde dazu neigen mit der Zehe zu schleifen.

Die Lahmheit ist oft deutlicher, wenn die Tiere direkt aus dem Stall kommen, bei leichten Fällen, laufen sich die Pferde nach kurzer Zeit ein, in schweren Fällen kann die Lahmheit durch Bewegung noch verstärkt werden. Im fortgeschrittenen Stadium ist manchmal ein ruckartiges Heben des Fußes zu beobachten. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickeln sich knöcherne Zubildungen zunächst innen am unteren Gelenkspalt des Sprunggelenkes, die sich dann aber auch auf die oberen Etagen ausbreiten können. Nach einigen Monaten kann es zu einer Verknöcherung der unteren Gelenkspalte kommen.

Ursachen
Der Spat hat eine Reihe möglicher Ursachen. Zunächst kann eine ungenügende Mineralstoffversorgung, besonders eine Störung des Calcium-Phosphor-Verhältnisses in der Wachstumsphase eine Rolle spielen. In diesen findet man meist auch Störungen an anderen Bereichen des motorischen Systems.

Prädisponiert für eine Spaterkrankung sind Pferde mit Fehlstellungen der Hintergliedmaßen wie z.B. säbelbeinige oder kuhhessige Stellung oder abnormen Bau des Sprunggelenkes (sehr flaches, schmales Gelenk). Als äußere Ursachen sind ständige Über- und Fehlbelastungen oder zu frühe übermäßige Beanspruchung des Sprunggelenkes zu sehen.

Diagnose
Die Diagnose wird durch Besichtigen und Tasten der Sprunggelenke im Vergleich, sowie Beurteilung der Lahmheit gestellt. Diese kann durch die Spatprobe, bei der das betroffene Gelenk 1-2 Minuten gebeugt und das Pferd daraus im Trab vorgeführt wird, noch verstärkt werden. Um auszuschließen, daß die Lahmheit doch aus dem Knie oder Hüftgelenk stammt, kann man eine lokale Betäubung an der Spatstelle setzen. Geht das Pferd daraufhin lahmfrei, gilt die Diagnose als gesichert. Einen weiteren Beitrag zur Diagnosestellung leistet eine Röntgenuntersuchung. Auf den Bildern sind eventuelle knöcherne Zubildungen an den Gelenkspalten erkennbar.

Therapie
Die Behandlung zieht darauf ab, die Lahmheit teils durch Schmerzausschaltung, teils durch Beschleunigung der Verknöcherung zu beseitigen. Bei leichten Spaterkrankungen reicht oft schon ein orthopädischer Hufbeschlag aus. Das Eisen sollte eine gute Zehenrichtung und erhöhte oder an den stärker belasteten Hufabschnitten breitere Schenkel haben. Neben diesen Beschlagmaßnahmen kann man durchblutungsfördernde Einreibungen und Hochfrequenz-Wärmetherapie anwenden. In schweren Fällen kann eine Operation den gewünschten Erfolg bringen Zur Schmerzausschaltung werden entweder die peripheren Nerven über den knöchernen Zubildungen am Sprunggelenk durchtrennt, oder aber ein Teil der Endsehne des vorderen Schienbeinmuskels wird herausgenommen. Eine Beschleunigung der Verknöcherung der unteren Gelenketagen des Sprunggelenks wird durch Entfernen von Knorpel, Bändern und Faszien erreicht. Diese Operationsmethoden können auch kombiniert werden. Prophylaktisch sollte während der Aufzucht auf eine ausgewogene Mineralstoffversorgung geachtet werden.

Prognose
die Spaterkrankung ist nicht als heilbar anzusehen. Man kann aber meist durch die beschriebenen Behandlungsmethoden die frühere Leistungsfähigkeit wiederherstellen. Vereinzelt kommt es auch zu Spontanheilungen, die jedoch einen Zeitraum von 1-2 Jahren beanspruchen.

Autoren: Tierarztpraxis Dr. Martin Kleine-Büning

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