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Ehrlichiose
"Killer-Zecken und kein Ende"
So lautete die Überschrift zu einer Sendung im dritten Programm im Mai 2003 im Deutschen Fernsehen. Eine neuere Erkrankung bei Pferden (in Deutschland erstmals 1987 aufgetreten) und nun auch bei Hunden und dem Menschen nachgewiesen, scheint auf dem Vormarsch zu sein:
Erreger dieser Erkrankung, die erstmals 1961 in Amerika beschrieben wurde, sind "Rickettsia" die zwischen Bakterien und Protozoen (Einzellern) einzuordnen sind. Es handelt sich bei Ehrlichiose um eine Blutkrankheit (Gelbsucht, Ikterus und petechialen (punktförmigen), die mit Fieber, Ödemen, Blutungen in den Schleimhäuten einhergeht. In Europa wurde ein Erreger nachgewiesen, "Ehrlichia equi", der die equine, granulozytäre Ehrlichiose hervorruft (kurz: EGE).
In Nordamerika gibt es eine weitere, sehr viel gefährlichere Art: "Ehrlichia risticii". Die humane, granulozytäre Ehrlichiose (HGE), die mit Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen beim Menschen einhergeht, ist dem Erreger der "EGE" bis auf wenige Gensequenzen sehr ähnlich, so dass man annimmt, dass es sich um eine Mutation handeln könnte, parallel zu SARS (Erkrankung durch Corona Viren), die von bestimmten Katzenarten auf den Menschen übergegangen sein könnte, d.h. dass das Corona Virus diese Katzen durch Mutation den Menschen anstecken kann.
Im Sommer 1999 haben wir in unserer Praxis mehrere Fälle von Ehrlichiose beim Pferd nachweisen und erfolgreich behandeln können. Die Diagnose erfolgt per Blutausstrich, Blutprobe auf PCR oder Immunfluoreszenztest, was jedes größere Labor heute durchführt.
Die Erkrankung befällt ältere Pferde sehr viel stärker als z.B. Fohlen, weil die "Ehrlichien" sehr immunsuppresiv wirken, so können bakterielle Sekundärerkrankungen zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.
Differentialdiagnosen:
a) Equine Virusateriitis
b) Infektiöse Anämie
c) Lyme Borreliose
Therapie: Das Medikament der Wahl ist Oxytetracyclin in hoher Dosierung über fünf Tage. Wir verwenden 5%-OTC-Lösung i.v. 1xtäglich, die sehr gut verträglich ist. Nebenwirkungen wurden bisher nicht beobachtet.
Die equine Ehrlichiose betrifft immer nur Einzeltiere in einer Herde und ist nicht ansteckend und wird durch Vektoren übertragen (z.B. Zecken, infiziertes Blut).
Autor: Dr. Cord Wilkens, prakt. Tierarzt
