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Darmpechverhaltung

Ein Jahr freudiger Erwartung ist um – endlich steht ein Fohlen neben seiner Mutter und trinkt – alles scheint zu sein, wie es sich gehört. 12 – 18 Stunden nach der Geburt wird plötzlich deutlich: Mit dem Fohlen stimmt was nicht! Die Diagnose des eilends herbeigerufenen Tierarztes: Darmpechverhaltung!

Tierärztin Wiebke Niehaus klärt über die Ursache und vorbeugende Behandlung auf:

Beim Darmpech handelt es sich um eingedickte Ausscheidungen des Fohlens, die bei seiner Entwicklung im Mutterleib entstanden sind. Darmpech ist schwarz und von festerer Konsistenz als der normale Kot, es sollte innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt vom Fohlen selbständig ausgeschieden werden. Eine längere Lagerung im Enddarm führt zur weiteren Eindickung des Kots und schließlich zur Verstopfung und Verlegung des Darms. Hengstfohlen, die ein etwas schmaleres Becken haben als Stutfohlen, sind von dieser Komplikation besonders bedroht.

Als Züchter können Sie die Symptome der Darmpechverhaltung 12–18 Stunden nach der Geburt deutlich erkennen:

Gelingt es nicht, das Darmpech noch zu entfernen und ist der Saugreflex vollkommen erloschen, ist das Fohlen nicht mehr zu retten. Da das lebensgefährliche Darmpech-verhalten oft zu spät erkannt wird, empfiehlt Wiebke Niehaus, neugeborenen Fohlen prophylaktisch ein Klistier zu verabreichen – eine einfache, preiswerte Vorsorgemaßnahme, die der Züchter auch selbst durchführen kann. Fohlenklistiere erhalten Sie von Ihrer Tierarztpraxis.

Autoren: Tierarztpraxis Dr. Martin Kleine-Büning

Erfahrungsbericht der Züchterin Ute Ebert-Viola aus Eickeloh.

Am 27. Mai 99, 11.00 Uhr, nach einer schwierigen Geburt, steht endlich das kleine Hengstfohlen neben seiner Mutter und trinkt. Der anwesende Tierarzt impft sofort gegen Fohlenlähme und verabreicht ein Klistier. Etwas Darmpech geht ab.

Um 15.00 Uhr kontrollieren wir Stute und Fohlen. Das Fohlen schläft im Schatten. Eine Stunde später schläft das Fohlen immer noch, es hat sich inzwischen zweimal gedreht. Es läßt sich jetzt streicheln – komisch, daß der kleine Kerl so zutraulich ist, denke ich . Das Hengstchen beginnt, sich zu wälzen – wie bei einem jungen Hund! Um 16.45 Uhr ist wieder der Tierarzt zur Stelle.

Diagnose: Kolik durch Darmpechver- haltung. Das Fohlen ist zu schwach, um aufzustehen und zu trinken. Die Gefahr der Austrocknung besteht. Ein Schmerzmittel wird verabreicht und der kleine erhält einen weiteren Einlauf sowie ca. 50 ml flüssige Butter oral verabreicht. Der Tierarzt sieht sich am Ende seiner Kunst. Wir flößen dem Fohlen jetzt mit Spritzen Kochsalzlösung und flüssige Butter ein. Dank des Schmerzmittels lassen die Krämpfe endlich nach.

Um 18.30 bekommt das Fohlen Durchfall – Hurra! Um 20.15 Uhr steht der kleine auf, um zu trinken. Er ist noch sehr wacklig, kommt aber an das Euter. Etwas Kot geht wieder ab. Um 21.30 Uhr wagt der kleine Hengst die ersten drei wackligen Bock-sprünge um die Mutter – er ist über den Berg!

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